Nicht-Messe ’15: Time of Soccer

Ich weiss gar nicht ob Time of Soccer auf der Messe zu finden sein wird. Zumindest konnte ich Elite Games noch in keiner Verlagsliste für die Messe entdecken und ebenso wenig taucht das Spiel bei einem anderen Verlag auf, der es “in Vertretung” auf der Messe präsentiert und verkauft. Das wäre ja nicht unüblich.

Das ist um so überraschender als dass sich das Thema von Time of Soccer als Kernkompetenz des deutschen “Wir-Sind-Weltmeister”-Fantums darstellt: Fussball!

IMG_2697Time of Soccer ist ein Manager-Spiel in dem sich jeder Spieler eine Mannschaft zusammen stellt um damit Erfolge zu erzielen um seine Mannschaft zu verbessern um mehr Erfolg zu haben. Interesant daran ist, das die Mannschaften dann auch gegeneinander Antreten und anhand der Qualität der Spieler steigen die Chancen ein Spiel zu gewinnen. Sehr realistisch ist das trotzdem vermeintlich schlechtere Mannschaften gegen bessere durchaus Gewinnen können (zu diesem Umstand gibt es viele Fussballweisheiten bei uns).

Hardcore EuroGamer werden mit damit ganz sicher hadern, ich persönlich bin grosser Fan von Spielen in denen es um Risikomanagement (denn genau das ist es) geht. Die Reaktionen auf dieses Spiel auf BGG sind sehr unterschiedlich und stützen das Bild was ich mir so weit machen konnte, ohne das Spiel bisher gespielt zu haben und machen mich hungrig darauf es auf den Tisch zu bringen (was in kürze geschehen wird).

Das Spiel ist bereits im Juni erschienen, aber ich sehe keinen Grund wieso es nicht als Messeneuheit auf der Spiel präsentiert werden sollte. Es wäre schade wenn die der kleine spanische Verlag den Schritt nach Essen scheut, denn ist die Messe immer noch eine gute Plattform für kleine, unbekannte Verlage ihre Spiele einer grossen Öffentlichkeit zu präsentieren. Es sind auch heute primär die “kleinen” die neue Impulse bringen, neue Ideen ausprobieren. Sie gehen die Risiken ein, wärend die “zweitverwehrtungs”-Verlage unter dem Deckmantel der Lokalisierung sich eher risikolos “einkaufen”.  Was vollkommen ok ist. Auf Unverständnis stößt es bei mir dann, wenn dann Erweiterungen nicht mehr lokalisiert werden. Bei solchen Verlagen sind Lokalisierungen in Zukunft mit höchster Skepsis zu betrachten, zumal wenn die Lokalisierung so gestaltet ist, dass sie nicht mit der original Ausgabe kompatibel ist (so geschehen gerade erst bei Trains – ein schönes Spiel (eine Art Dominion mit Spielbrett) aber Finger weg von der deutschen Lokalisierung).

Attila

About Attila

Ich Spiele alles. Von Kinderspielen über Euro-Games, jeder Komplexität, bis hin zu CoSim's. Potentiell gibt es kein Genre, was ich nicht spiele - das Spiel muss halt für mich in der entsprechenden Gruppe einen Reiz haben. Ich mag's gerne, wenn es was länger dauert und auch etwas komplizierter ist. Wenn nicht, auch gut.
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6 Responses to Nicht-Messe ’15: Time of Soccer

  1. peer says:

    Wenn dus auf den Tisch gebarcht hast, schreib mal deinen Eindruck – das Spiel interessiert mich durchaus 🙂

  2. Attila Attila says:

    Gestern gab es dann die erste Partie. Ein wenig habe ich mit den Regeln gehadert, da nicht immer 100% klar ist was gemeint ist, eine Bebilderung würde manchmal helfen die Dinge zu finden, die beschrieben sind. 🙂
    Also bin ziemlich begeistert nach der ersten, etwas mühsamen Partie. Letztendlich ist es natürlich ein verkapptes Wirtschaftsspiel, wo jeder eine “Fabrik” (Mannschaft) aufbaut, bessere Maschinen kauft (Spieler), welche selber Geld kosten, dafür aber auch einen Ertrag erwirtschaften (in Form von Geld, Fans und Siegpunkten).
    Das ganze ist aber so gut in das Thema eingebettet, das es sich nach Fussball anfühlt. Der Ligabetrieb (10 Spieltage) kommt Woche um Woche, ab Mitte der Saison kommt Mittwochs der Pokal dazu (was einem effektiv eine Aktion klaut). Es gibt einiges an Zufall, so werden z.B. die Spiele ausgewürfelt – tendenziell gewinnt natürlich die Mannschaft die besser ist, und je grösser der Klassenunterschied, des so unwahrscheinlicher ist das die unterklassige Mannschaft gewinnt, aber es ist nie 0% bzw. 100%. Das ist schon ziemlich nah dran … die “Mathematik” des Fussballs ist sehr interessant gestaltet.
    Auch das “zusammenbauen” der Mannschaft ist interessant, da die Spieler nicht nur für sich stehen, sondern auch Kombinationen wichtig sind. Man muss sich wirklich überlegen, wer spielt wo. Selbst unterschiedliche Spielsysteme sind in das Spiel eingewoben, hinten Beton anrühren und vorne hilft der Liebe Gott ist genauso möglich wie mit einer schwachen Defensive einfach darauf zu spielen das man mehr Tore schiesst als der Gegner. Auch der “Transfermark” ist eigentlich sehr trickreich – er erscheint zwar erstmal etwas seltsam, da man mit einem Auto durch die Gegend fährt, aber wenn man es mal genauer analysiert ist vom simulationsaspekt gar nicht schlecht gemacht. Es erscheint thematisch “aufgesetzt” mit einem Auto durch eine Stadt zu fahren und an Häusern anzuhalten um Spieler (und anderes Personal) zu kaufen/verkaufen, aber es spiegelt die Komplikationen bei Spielertransferns echt gut wieder. Manche sind “näher dran” und haben so früher die Möglichkeit zuzuschlagen, andere sind zwar nah dran, müssen aber entweder einen Umweg nehmen (und riskieren zu langsam zu sein) oder mit etwas Risiko und dem nötigen Kleingeld das ganze angehen. Andere sind so weit weg von, das sie es gar nicht erst versuchen, sondern sich auf andere Spieler konzentrieren. Die abstrakte Thematik der Spielertransfers wird imo sehr treffend über ein greifbares Thema transportiert.
    Bemerkenswert ist auch, das sich das Spiel Solo ganz genauso spielt – man spielt lediglich in keiner Partie gegen andere Spieler. Die Spiele gegen andere “Bots” funktionieren exakt genau wie gegen andere Spieler. Solo spielt man halt immer gegen Bots, in einer 4-Personen Partie sind 2 Mannschaften Bots (bzw. 4 im Pokal). Die Bots lassen sich über 2 Parameter steuert: Der Anstieg der Spielstärke über die Zeit und die rel. Spielstärke untereinander (prinzipiell sind alle Bots gleich stark, aber der zweite Parameter führt dazu das die statistische Gleichverteilung zwischen den Bots (sie müssten sich ja ständig die Punkte weg nehmen) aufgebrochen wird und sich eine unterschiedliche Spielstärke (an den Punkten in der Liga gemessen) der Bots ergibt. Bots sind in jeder Spielerkonstellation im Spiel und je nach Konfiguration sind die auch ein ernstzunehmender Gegner.
    Ich bin echt ziemlich begeistert. Echte EuroGamer stören sich imo in jedem Fall daran dass und wie die Spiele ausgewürfelt werden.

  3. peer says:

    Danke für den Eindruck 🙂
    Würfeln mag ich oft nicht so, aber in diesem Zusammenhang ist das imho völlig in Ordnung. 🙂

  4. Das Spiel ist wirklich sehr interessant und hier auf der Insel einer meiner Topseller der letzten Monate.
    Ich habe mit dem Verlag geredet und sie kommen nicht nach Essen, da die Kosten zu hoch sind. Eventuell wollen sie den Schritt nach Essen wagen, wenn sie noch ein zweites Spiel im Angebot haben.

  5. Attila Attila says:

    Ja, das war zu befürchten. Naja, ich hab men Exemplar und bin sehr angetan. Das Spielt macht echt Laune. Btw: Bist du dieses Jahr wieder mal in Essen unterwegs?

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