Civi-Knaller mit Patch-Mechanismus: Patchistory

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Patchistory von Yeon-Min Jung und Jun-Hyup Kim aus dem Jahre 2013 (Deinko Games, 2014 dann bei StuntKite Publishing) ist ein Versuch, die eher episch angelegten Zivilisationsspiele, um einen Patchwork-Mechanismus zu bereichern. Um es gleich vorweg zu nehmen (ansonsten gäbe es auch kaum ein Blog über das Spiel), ein wirklich gelungener Versuch.

Das Spiel verfolgt einen abstrakten Ansatz, in dem jeder Spieler sein Volk in seiner Spielerauslage verwaltet, es jedoch keine Karte o.ä. gibt, auf der die Spieler um Land und Ressourcen streiten. Dieser „Streit“ über neue Gebiete (in Form einer Versteigerung) beginnt jede Runde und führt zum namensgebenden Kernelement. Die ersteigerten Gebietskarten (jeder Spieler bekommt eine, dafür ist gesorgt)  müssen in das bereits bestehende Gebiet eingebaut werden, dabei ist zu beachten, dass man „patchen“ (also teilweise übereinander legen) muss. Die einzelnen Spielelement auf den Karten versucht man dabei so zu überdecken, dass das, was übrig bleibt, eine möglichst sinnvolle Kombination ergibt.

Wie nicht anders zu erwarten, sammelt man verschiedene Ressourcen, entwickelt Militär und Kultur, baut Wunder, handelt und führt Kriege und tut alles was ein Zivilisationsspiel ausmacht. Ähnlich wie auch beim großartigen Im Wandel der Zeiten, vergleicht man bei einem Konflikt die Militärwerte und ermittelt so den Sieger. Je nach Art des Konfliktes (Scharmützel oder ausgewachsener Krieg) geht es dann entweder um ein paar Ressourcen,  oder halt um Siegpunkte.

Die Spieldauer ist mit 2-4 Stunden (1h/Spieler + Erstspiel Aufschlag) in einem Rahmen in dem sich auch vergleichbare Zivilisationsspiele befinden (Im Wandel der Zeiten, Nations, Clash of Cultures, etc) und hat sowohl ausreichend unvorhersehbare Elemente (welche Gebiete pro Runde entdeckt/versteigert werden) um eine Art „emotionale Bindung“ zu einer Partie zu erlauben, ist aber ansonsten so stark vorhersehbar und berechenbar, so dass man strategisch spielen kann (und muss, wenn man gewinnen möchte).

Patchistory muss sich keinesfalls vor vergleichbaren Spielen, wie dem schon genannten Im Wandel der Zeiten oder Nations verstecken. Im Gegenteil, ist es auf seine eigene Art für manche sicherlich das bessere Spiel, da die thematische Umsetzung ein Stück besser gelingt und es sich damit ein bisschen „authentischer“ anfühlt. Und das „patchen“ macht einfach nur Spaß (vor allem wenn man bemerkt, dass man das Teil, was man ersteigert hat, gar nicht so einbauen kann, wie man wollte)

Externe Quellen / Links:

Attila

Über Attila

Ich Spiele alles. Von Kinderspielen über Euro-Games, jeder Komplexität, bis hin zu CoSim's. Potentiell gibt es kein Genre, was ich nicht spiele - das Spiel muss halt für mich in der entsprechenden Gruppe einen Reiz haben. Ich mag's gerne, wenn es was länger dauert und auch etwas komplizierter ist. Wenn nicht, auch gut.
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