Euro-Civi-Zwitter: Antike

Das Spiel der Woche ist aus der “Kreativenphase” von Eggertspiele (ca. 2000-2007) und ist das erste erfolgreiche Spiel eines heute wohlbekannten Autors: Antike von Mac Gerdts aus dem Jahre 2005.

Mehr Rondell geht nicht.

Antike ist das erste der sogenannten “Rodell”-Spiele von Mac Gerdts und ist eine Mischung aus traditionellem Eurogame und einem Zivilisationsspiel. Einerseits ist es spielmechanisch auf das wesentliche reduziert und bietet mit dem Aktions-Rondell einen einfachen aber pfiffigen Mechanismus den es zu optimieren gilt, andererseits steht man in direkter Interaktion mit seinen Mitspielern, mit denen man sich früher oder später auseinander setzen muss, ohne dass das Spiel droht zu einem Wargame zu werden. Das in dem Spiel vorkommende Kampfelement ist vergleichsweise klein und kommt ohne Glückselement aus (wie das ganze Spiel).

Die Faszination liegt in der Komplexität, welche durch scheinbar triviale Mechanismen geschaffen wird. Jeder Spielzug für sich ist trivial und Mac Gerdts schafft es dadurch ein komplexes Spielvergnügen zu erschaffen, das nicht zum “Analyse-Paralyse”-Phänomen neigt und dadurch ein hohes Spieltempo und eine (vergleichsweise) geringe Spielzeit hat. Mit 1-2 Stunden passt das Spiel in den üblichen Eurogames-Rahmen, bietet aber schon das Gefühl von einem Hauch eines “echten” Zivilisationsspiels. Das schaffen so nur wenige Spiele und der Rondell-Mechanismus sollte in den folgenden Jahren einige Spiele beeinflussen. Zum einen wurde der Mechanismus vom Autor selbst vielfach wieder verwendet aber auch in anderen Spielen findet man manchmal einen erstaunlich ähnlichen Aktionswahlmechanismus. Zwar gab es auch schon früher ähnliche Mechanismen, aber so konsequent und überzeugend wie in Antike gab es das nicht. Das “Rondell” wurde mit Antike salonfähig gemacht und es ist auch heute noch einer meiner liebsten Aktionswahlmechanismen und obwohl es noch “Weiterentwicklungen” des Spielsystems gab (Hamburgum, Imperial, Navegador), die allesamt spielenswert sind, ist Antike in meinen Augen immer noch das, was im ganzen am gelungensten ist.

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Attila

Über Attila

Ich Spiele alles. Von Kinderspielen über Euro-Games, jeder Komplexität, bis hin zu CoSim's. Potentiell gibt es kein Genre, was ich nicht spiele - das Spiel muss halt für mich in der entsprechenden Gruppe einen Reiz haben. Ich mag's gerne, wenn es was länger dauert und auch etwas komplizierter ist. Wenn nicht, auch gut.
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