Halber Preis, doppelter Spielspass?

Jedes Jahr toben div. Diskussionen über die Preise von Spielen durch die Foren. Man könnte manchmal denken das der allgemeiner Konsens ist, dass ein Spiel „besser“ wird,  je billiger es angeboten wird. Nehmen wir das Spiel Russian Railroads von Hans im Glück. Das hat auf der Messe 2013 schon Furore gemacht, da der „normale“ Preis von 35 Euro an einem Tag von einem Anbieter mit einem Kampfpreis von 22,50 Euro unterboten wurde.

Aber ist es wirklich so, das ein Spiel „besser“ wird, wenn es billiger ist? Ob das Spiel 2, 22, oder 35 Euro kostet, wenn es sich um das identische Spiel handelt, dann kann das 35 Euro Spiel gar nicht besser oder schlechter sein als das 2 Euro Spiel. Wie sollte das auch sein?! – So mancher Spieler ist halt nur so gepolt, das er alles tut um ein paar Kröten zu sparen und um das Glücksgefühl ein Schnäppchen gemacht zu haben zu verspüren. Stundenlanger Preisvergleich und hin- und her rennen auf der Messe inbegriffen. Andere spielen in der Zeit mehrere Spiele – aber das muss jeder für sich selber rausfinden. Das ist vollkommen ok: Man möchte ein Spiel kaufen welches einem gefällt und schaut sich mehr oder weniger intensiv nach einem Preis um der zu bezahlen ist. Verschenken will ja niemand was.

Auch La Granja von Spielworxx hat diese Preisdiskussion wieder ausgelöst. €59 bzw. €69 Euro für ein Spiel wo nichtmal ein deutscher Kartensatz drin ist? Ist das Spiel diesen Preis „wert“? Das ist eine schwierige Frage und man muss sich letztendlich eine Frage stellen: Woran bemesse ich den „Wert“ eines Spieles? Nicht selten tun das die Spieler wie auf dem Wochenmarkt: Viel hilft viel! – Je grösser und schwerer, des so mehr Geld sind die manche Leute bereit dafür zu bezahlen. Es scheint so also ob der rein materielle Wert wichtiger ist, als der immaterielle Wert. Das Spiel an sich scheint eher sekundär wichtig zu sein. „Masse statt Klasse“ um es mal platt auf den Punkt zu bringen.

Ich für mich habe schon vor langer Zeit entschieden der „Wert“ eines Spieles nicht am dem Material fest zu machen. Spiele werden nunmal nicht „besser“ oder „schlechter“ wenn sie billiger (oder auch teurer) werden. Der „Wert“ eines Spiels bestimmt sich über das (immaterielle) *Spiel* und nicht über das Material. Es ist halt mehr als die Summe seiner Teile. Oder würde irgendjemand den Wert eines Picassos aufgrund der verwendeten Materialien bemessen?

Deswegen ist Blueprints auch €25 wert, La Granja auch €69 und Augustus ist auch keine €10 wert (um mal ein Negativbeispiel zu benennen).

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Über Attila

Ich Spiele alles. Von Kinderspielen über Euro-Games, jeder Komplexität, bis hin zu CoSim's. Potentiell gibt es kein Genre, was ich nicht spiele - das Spiel muss halt für mich in der entsprechenden Gruppe einen Reiz haben. Ich mag's gerne, wenn es was länger dauert und auch etwas komplizierter ist. Wenn nicht, auch gut.
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