EuroGame: Canal Mania

Ist es 18xx? Ist es Age of Steam? Nein es ist Canal Mania!

Heute gibt es mal ein EuroGame, was auch bei mir nicht mehr als Familienspiel durchgeht. Die Ragnar Brothers (Steve Kendall, Phil Kendall und Gary Dicken)  haben mit „History of the World“ bereits 1991 gezeigt wie man ein gutes und anspruchsvolles Spiel macht, welches auch noch mehr als 20 Jahre nach Erscheinen sich noch allerhöchster Beliebtheit erfreut. Mit Canal Mania haben sie 2006 ein weiteres, mehr als nur „gutes“, Spiel produziert.  Optisch hat es verblüffende Ähnlichkeit mit Warfrogs „Age of Steam“ aus dem Jahre 2002, was vermutlich daran liegt, dass beide Spiele eine schlichte Grafik haben und man in beiden Spielen mit Hex-Plättchen auf einem Spielplan Strecken baut. Hier enden die Ähnlichkeiten jedoch, da Canal Mania auf völlig andere Spielmechanismen setzt und auch vom Spielverlauf überhaupt keine Ähnlichkeit mit Warfrogs Meilenstein teilt.

Thematisch geht es um Kanalbau England, als eingefleischter Age of Steam Spieler „fühlt“ es sich allerdings wie ein Eisenbahnspiel an, da verwirrt die optische Ähnlichkeit offenkundig die Sinne. Mit oder ohne Sinnestäuschungen ist das Spiel eine wahre Freude für Streckenbauer und Streckenplaner. Der Kern dreht sich um das Erfüllen von Aufträgen zum Streckenbau, welchen man durch sammeln und ausspielen von Streckenbaukarten voran treibt. Ein kleiner Teil des Spiels ist auch der Warentransport, der jedoch eher nur ein Bonus ist, als ein zentraler Kern des Spiels. Da es kein Wirtschaftssystem gibt (kein Geld, keine Ressourcen) ist der Fokus unzweifelhaft auf dem Sammeln der Baukarten und dem Erfüllen der richtigen Aufträge. Dabei sind die Spieler auf die Anzahl der Streckenteile limitiert. So hat jeder Spieler nur eine begrenzte Anzahl an Geraden, Kurven und Schleusen, welche möglichst effizient eingesetzt werden sollten.

Ein hervorragendes Spiel welches zwar nicht höchst interaktiv ist, da sich die Interaktion auf das „Wegschnappen“ von Bau und Auftragskarten beschränkt, sowie auf den Kanalbau auf dem gemeinsamen Spielplan aber es ist spannend zu verfolgen, was die anderen Spieler bauen um darauf seine Pläne hin auszurichten. Die Freiheiten sind bei weitem nicht so groß wie bei anderen Spielen, in denen es um Streckenbau geht. Außerhalb der Auftragskarten sind keine eigenen Strecken möglich, was die ganze Planung darauf beschränkt die Auftragskarten zu kombinieren um daraus ein effektives Streckennetz zu bauen. Das gibt dem Spiel eine gewisse Leichtigkeit und man muss sich nicht über ein komplexes Wirtschaftssystem hocharbeiten um Strecken zu bauen.

Für mich ein Leckerbissen auf gutem „Spieler“-Niveau was ich jederzeit spielen würde.

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Über Attila

Ich Spiele alles. Von Kinderspielen über Euro-Games, jeder Komplexität, bis hin zu CoSim's. Potentiell gibt es kein Genre, was ich nicht spiele - das Spiel muss halt für mich in der entsprechenden Gruppe einen Reiz haben. Ich mag's gerne, wenn es was länger dauert und auch etwas komplizierter ist. Wenn nicht, auch gut.
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