Verlagsvorstellung Manikmaya Games

Meines Wissens waren dieses Jahr zum ersten Mal Verlage aus Indonesien und Malaysia vertreten. Ein positives Zeichen für die weitergehende Internationalisierung der Spieleszene! Ich habe mich mit Eko Nugrohu von Manikmaya Games aus Indonesien unterhalten und daraus den folgenden Text gestrickt: Manikmaya Games versucht einen Markt für “qualitativ und spielerisch hochwertige” Spiele in Indonesien aufzubauen. […]
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Das große Quadratische mit dem Geldschuh

Erst vor drei Monaten redete ich über die Anwandlungen eines Verlags, bzw. Vertriebs, der damals als großes Stück Days of Wonder sich einverleibt hatte. Und während das schlucken eher als natürlich und völlig logisch rüberkam ist dieser Schritt nun ein größerer. Fantasy Flight Games, die neben Wizards of the Coast unbestreitbar zu den größten Verlagen […]
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Ein Schwung Spiele

Nach den grundsätzlichen Betrachtungen der letzten zwei Wochen, wollte ich mal einen Schwung Spiele aus Essen vorstellen. Dabei ist mir bewusst, dass die Spielbar vermutlich die letzte aller Spieleseiten ist, die das tut, aber im Neudeutsch heißt dass dann eben “Slow Journalismus”. Außerdem habe ich mich in vorauseilendem Gehorsam unserem Chefhunnen unterworfen und mich eher […]
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Wir sind das Volk – 25 Jahre Mauerfall

Die Flut der Neuheiten der noch frisch vergangenen Spielemesse wird noch einige Zeit auf uns einprasseln und bevor man überhaupt eine Chance hatte alle halbwegs relevanten Neuheiten zu sichten, geht es im nächsten Frühjahr ja schon weiter mit der nächsten Neuheitenflut (oder wohl eher „Flütchen“). Dazwischen ist allerdings die „dunkle Jahreszeit“ – ein Lichtblick in Bezug auf die Zeit die man zum spielen hat.

Wir sind das Volk - Boxcover

Wir sind das Volk – Boxcover

Nachdem das 2-Personenspiel Six MaKing, weder eine Messeneuheit ist, noch irgendein Thema besitzt zeige ich dieses mal das es auch anders geht: Wir sind das Volk von Richard Sivél und Peer Sylvester ist eine Messeneuheit und hat ein Thema. Und was für eins.

Das geteilte Deutschland bzw. der „Weg“ beider Staaten bis zur Wiedervereinigung ist sicher eher ein Thema welches die Menschen aus Deutschland berührt, als Menschen ausserhalb Deutschlands, welche es vermutlich mit einer viel grösseren emotionalen Distanz wahrgenommen haben. Nun, wir können uns nicht dagegen erwehren. Viele von uns sind während des kalten Krieges geboren und man muss nicht das Alter von Methusalem erreicht haben um den 9ten November 1989 erlebt zu haben (und einiges was dazu geführt hat).

Mit Liebe zum Detail - ein Stück der Mauer auf der Rückseite des Spielplans

Mit Liebe zum Detail – ein Stück der Mauer auf der Rückseite des Spielplans

„Wir sind das Volk“ simuliert den Zeitraum von der Teilung bis hin zur Wiedervereinigung auf abstrakter Ebene. Der Kern des Spieles besteht aus 4 Kartendecks á 21 Karten, welche bedeutende politische, wirtschaftliche oder sportliche Ereignisse markieren. Wir sind das Volk orientiert sich dabei vom Mechanismus an klassischen “Card-Driven”-Spielen wie „We the People“ (AH, 1994) was auch in div. erfolgreichen Titeln variiert wurde (z.B. For the People (AH, 1998), Twilight Struggle (GMT, 2005), Napoleonic Wars (GMT, 2002), Elisabeth I. (GMT, 2012) oder 1989 (GMT, 2012)). Anstatt einer Kartenhand von der die Spieler ihre Karten spielen, hat jeder Spieler eine „Hand“ von 2 Karten und dazu gibt es eine offene Auslage von 7 Karten aus der die Spieler die Karte die gespielt wird auswählen. Eine erfrischende Variante, welche das Kartenglück auf ein notwendiges Minimum reduziert. Thematisch steuern die Spieler mit den Karten (und nur mit diesen) die Geschicke der Staaten in dem sie Infrastruktur und dadurch Wirtschaftskraft aufbauen und Wohlstand schaffen. Der Wohlstand der „anderen“ wird kritisch beäugt (sowohl innerhalb der Regionen eines Staates, wie auch zwischen den beiden Staaten) und kann, ist die Differenz zu groß, zu Unruhen führen. Zu viele Unruhen führen zu Massenprotesten und zu viele davon führen zum Zusammenbruch, was das Ende des Spieles bedeutet. Natürlich ist das ganze noch in weitere Mechanismen gepackt welche mehr Details haben als ich hier erwähne, aber da diese in sich stimmig, thematisch nachvollziehbar und einwandfrei sind, gehe ich auf sie nicht im Detail ein.

Die DDR hat erwartungsgemäss damit zu kämpfen die Wirtschaft in schwung zu bringen und erleidet hier immer wieder Rückschläge, was auch zum Staatsbankrott führen kann. Im Gegenzug hat die BRD eher weniger das Problem die Wirtschaft in schwung zu bringen und sie kann das Spiel eigentlich nur dadurch verlieren, das die DDR zu viele „überzeugte“ Sozialisten bekommt oder sie es nicht schafft die DDR zusammen brechen zu lassen.

Schon an der Siebbedingung sieht man sie asymmetrisch das Spiel ist – während der Spieler der BRD alles dafür tun muss um zu zeigen, das sein Staat „besser“ ist reicht es dem Spieler der DDR einfach nur zu „überleben“. Das hört sich vielleicht „vorbestimmt“ an, aber das ist nicht der Fall. Die Auslage von 7 Karten, welche erst aufgefrischt wird wenn sie leer ist, kann zu massiv unterschiedlichen Spielverläufen führen. Natürlich wird die DDR in der Wirtschaftskraft die BRD nicht dauerhaft übertreffen können, aber speziell zu Spielbeginn, wo die Ausgangspositionen noch etwa gleich sind, ist es vorübergehend möglich das die DDR der BRD wirtschaftlich voraus ist und dadurch mit mehr Wohlstand (freilich auf niedrigstem Niveau) die BRD wenigstens kurzfristig unter druck setzen kann.

Spielplan

Spielplan

Spielerisch überzeugt Wir sind das Volk genauso wie es Twilight Stuggle oder 1989 getan haben. Freunde dieser Spiele werden eine erfrischende Variante des Kartenmechanismus finden und auch wenn das Spiel im ganzen etwas einfacher angelegt ist als die “Kontrahenten”, kann ich das nicht negativ kritisieren. Im Gegenteil denn dadurch ist die Einstiegshürde niedriger und der einfacherer Zugang zu dem Spiel verschaft mehr potentielle Mitspieler.

Was mir allerdings ein wenig aufstösst ist das Design der Spielkarten. Das ist so hässlich das man zu meiner Schulzeit wohlmöglich “Das sieht ja aus wie aus der DDR” dazu gesagt hätte. Und das wäre nicht als Lob gemeint gewesen. Ich weiss nicht ob das vielleicht genau der Zweck des Designs sein soll, aber mir gefällt es absolut nicht. Ich habe an dem Design des restlichen Spielmaterials nichts auszusetzen, die Kritik bezieht sich alleine auf die Spielkarten. Wenn der Stil als “Hommage an die DDR” tatsächlich beabsichtig ist: Chapeau! – Für mich sieht es aus als ob kein Geld mehr für das Design der Karten übrig war.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, das sich ein paar kleine Ungenauigkeiten eingeschlichen haben. z.B. wurde die BRD erst 1949 gegründet und das Saarland ist erst 1957 Teil der BRD geworden. Nicht das es wirklich eine Relevanz auf das Spiel hätte, so hätte ich mir aber wenigstens einen kurzen Absatz in den sehr lesenswerten “Designer Notes” gewünscht.

Richard-mit-den-vielen-Namen und Peer Sylvester haben da ein tolles Spiel herraus gebracht, welches sich ernsthaft und recht genau mit einem historischen Thema beschäftigt und es ansprechend und herrausfordernd für die Spieler ist. Das ist schon alleine deswegen das Messehighlight, denn gerade bei der Ernsthaftigkeit der thematischen Umsetzung hapert es doch massiv bei den allermeisten Messeneuheiten.

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Die Apokalypse findet nicht statt

Post-Essen-Analysen müssen natürlich  irgendwie immer negativ sein. So funktioniert kritischer und damit professioneller Journalismus! Entweder waren die Hallen schlecht oder die Toiletten überfüllt oder Verlage sind pleite oder nehmen gar nicht erst an der Spiel teil (so wie Winning Moves 2013 oder White Goblin Games 2014) oder die Amerikaner bevorzugen GenCon oder es gibt viel […]
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Einspruch, Euer Ehren!

Alle Jahre wieder wird über Zahlen geredet und dabei wird immer wieder erneut eine Sicht geäußert die für mich sehr gestrig ist. Eine Sicht wie sie noch vor 20 Jahren funktioniert hat und inzwischen nicht mehr haltbar ist. Und wir reden hier nicht über den Kampf der Printmedien gegen Internet-Journalismus. Nein, wir reden von den […]
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Essen ’14 – Six MaKING

Die Messe 2014 ist nun vorbei und vielerorts wird mal wieder über Preise, Promos, vermeindliche Abzocker, schlimme Fehldrucke und wie enttäuschen doch alles ist diskutiert. Das kann zwar auf eine gewisse Art unterhaltsam sein, ist aber etwas was irgendwie jedes Jahr auf das gleiche hinaus läuft: Nichts.

Machmal könnte einen das Gefühl beschleichen, das die Spielerschaft hierzulande nur auf die Messe gewartet wird, damit man nach danach mal wieder zünftig nörgeln kann. Man sollte das ganze nicht zu ernst nehmen, ich denke “wir Deutschen” sind einfach so und wenn man sich dann besser fühlt, wieso nicht? Man sollte nur irgendwann aus dem Nörgelmodus wieder raus kommen, denn sonst verpasst man noch das Wesentliche: Die Spiele!

Und so schreibe ich hier mal etwas über ein kleines Highlight der Messe:  Six MaKING

70er-Jahre-Charm

70er-Jahre-Charm

Zugegeben Six MaKING von Mind Fitness Games ist genaugenommen keine 2014er Neuheit, sondern eine 2013er. Das Cover der Packung verbreitet einen 70er Jahre Charm, der vermutlich dafür verantwortlich ist das ich (und viele andere) dieses Spiel letztes Jahr nicht wahrgenommen habe. Der Inhalt bildet dann jedoch einen auffälligen Kontrast zum Verpackung: Ein solides Holzbrett mit Holzscheiben.  Die Regel ist übersichtlich und beschränkt sich im Kern auf 2 Regeln: Setze einen deiner Scheiben auf ein leeres Feld oder bewege einen Stapel von min. 1 Scheibe auf ein nicht leeres Feld. Das Spiel ist beendet wenn ein Stapel mit min. 6 Scheiben gebildet wurde. Dessen Farbe oben ist, der hat gewonnen. Das hört sich einfach an, und ist es Spielmechanisch auch. Die Komplexität kommt durch die Zugregel, welche die Höhe eines Stapels in Bezug zu einer Schachfigur setzt. Höhe 1 ist ein Bauer, 2 ein Turm, 3 ein Springer, etc und 6 der König (der das Spiel beendet).

Position nach 6 Halbzügen

Position nach 6 Halbzügen

Wie bei jedem “guten” abstrakten Hirnverzwiebler nimmt der Entscheidungsraum mit jedem Zug von einer kleinen Zahl an Möglichkeiten exponential zu einer gigantischen Anzahl zu. Die Bewertung der Stellung auf dem Brett ist anspruchvoll, da sich die Zugregel der Stapel nach jedem Zug ändert (min. 1 Stapel hat nach einer Bewegung andere Zugmöglichkeiten).  Sicherlich   ist die Spieltiefe nicht mit Schach oder Go zu vergleichen und eine Partie wird kaum länger als 10 oder 15 Minuten dauern – 10-15 Minuten pures Denkvergnügen pro Partie ist mehr als viele anderen Spiele einem abverlangen. Wer aber doch etwas mehr möchte, der kann zu den 3 Spezialscheiben “Milady”, “The Hunchback” und “The Giant” greifen, welche die Komplexität etwas erhöhen und die Spieldauer dadurch etwas verlängern. Allerdings ist es weniger angeraten sie direkt zu verwenden, das Spiel in der Grundform zu beherrschen ist Vorrausetzung damit mit den Spezialscheiben Spielspass aufkommen kann. Die Spezialscheiben sind übrigens eine Neuheit dieses Jahr, Besitzer der 2013er Ausgabe suchen diese vergeblich ihn ihrem Exemplar. Eine nette eMail an den Verlag kann da vielleicht Abhilfe leisten. Ich bin mir sicher das sie sich dazu über Feedback freuen würden.

Es ist mir ein Rätsel wie dieses Spiel letztes Jahr auf wirklich keiner einzigen Tipp oder Top-Liste der einschlägigen Blogs und Communityseiten aufgetaucht ist. Und ich muss eingestehen das ich auch dieses Jahr wahrscheinlich keine Notiz genommen hätte, wäre da nicht meine Tochter gewesen die es ausprobieren wollte. Welch ein Glücksfall (im doppelten Sinne).

Liebhaber abstrakter Spiele sollte, ja müssen hier einen Blick drauf werfen. Für mich ein Highlight der Messe. Das es schon letztes Jahr erschienen ist, sollte die Fach-Blogs und Magazine wenigstens zur Selbstreflexion über die Auswahl ihrer Spielbesprechungen veranlassen. Über AquaSphere und Orleans wird sicher nahezu jedes Blog, jedes Magazin und in jedem Communityforum geschrieben – letztendlich werden die Besprechungen auch alle sehr ähnlich ausfallen. Und irgendwann könnte man sich fragen wem eine weitere Besprechung eines vielfach besprochenen Spieles noch etwas bringt, zumal wenn sie mit dem gleichen Fazit endet. Machen “wir” uns dadurch letztendlich nicht nur zum inoffiziellen Sprachrohr für etablierten Verlage? Ist es nicht auch Aufgabe der “Fachpresse” dahin zu gehen, wohin der “normale” Spieler nicht hingeht? Natürlich werden nun Ausreden kommen, wie “ja die waren ja ganz hinten in der Ecke” oder “das Cover ist aber auch zum abgewöhnen”. Das ändert aber gar nichts, zeigt nur wie voreingenommen man ist und das spiegelt sich dann auch zwangsläufig in der Berichterstattung über Spiele wieder. Die Berichterstattung wird sich auch dieses Jahr primär um die Spiele drehen, die die Masse sowieso schon für sich entdeckt hat. Und gibt es was schöneres als einen Bericht über ein bekanntes Spiel zu lesen, dessen Fazit sich mit dem persönlichen deckt? Ich meine ja: Ein Bericht über ein Spiel, welches man nicht kennt.

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Essen – in Kurzform

Hier schnell der Link auf allgemeine Bilder von der #Spiel14: allgemeine Bilder Und die Bilder der Neuheitenschau: Neuheitenschau Sowie der Hinweis, dass wir von der Messe über Twitter berichten: Jürgen Peer Matthias
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They blinded me with Science!

Darf man eine Woche vor der Messe über etwas anderes schreiben, als über die Messe? Ich hoffe doch, denn da sich drei der letzten vier Artikel mit der Messe beschäftigen, will ich mal über etwas anderes reden… Messepreviews gibt es eh genug. Ich hatte letzte Woche “The New Science” in der Hand (aber das Spiel […]
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Japanisch Essen

Zuerst einmal in eigener Sache: Auf der Histogame-Seite gibt es jetzt die Regeln, Vorbestellmöglichkeit und Richards Geleitwort von Wir sind das Volk zu bestaunen. Auf Boardgamegeek gibt es noch einmal ein Designer Diary von mir und Richard widmet sich der Frage was mit dem Saarland und Bremen passiert ist. Außer Wir sind das Volk kommen […]
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