Klein aber Fein: Love Letter

0

Liebesbriefe an die Prinzessin

Love Letter wird den Allermeisten ein Begriff sein. Die das heutige „Klein aber Fein“-Spiel nicht kennen, können mein Blog nun als Anlass nehmen das nachzuholen. Seiji Kanai hatte 2012 die Idee ein Spiel aus lediglich 16 Karten zu machen und legte es in Eigenregie in einer Miniauflage auf. Das Spiel mutierte nach der Messe 2012 schnell zu einem (sehr raren) Geheimtipp und wurde 2013 dann durch Pegaus auf den deutschen Markt gebracht. Inzwischen ist es bei sage und schreibe 24 Verlagen in aller Welt aufgelegt worden und Weltweit ein Riesenerfolg mit verschiedenen Ablegern (u.a.: Hobbit, Batman, Star Wars und Lovecraft).  Das alles mit 16 Karten wohlgemerkt (im ersten Love Letter, Varianten haben teilweise einige Karten mehr). Seiji Kanai wird sicher von seinem Spiel überzeugt gewesen sein, aber dass es so einschlägt, hat er sicher nicht erwartet.

Das Spielprinzip ist trivial und stellt den Spieler in jedem Spielzug vor die Wahl eine von zwei Karten spielen zu müssen und damit eine von 8 Aktionen auszuführen. Ziel ist es die anderen aus dem Spiel zu schießen oder am Ende derjenige mit der höchsten Karte zu sein. Das ist eigentlich schon die ganze Regel. Gespielt wird auf eine Anzahl an gewonnen Runden. Wer jetzt denkt „das kann ja wohl nur Murks sein“, sollte es einfach ausprobieren. Irgendjemand im Spielerkreis hat dieses Spiel, da bin ich mir sicher. Es ist faszinierend, welchen Zauber das Spiel ausübt. Es ist wirklich schnell gespielt (eine Runde dauert nur wenige Minuten, und ja, es kann extrem ungerecht sein. Man kann mit seinem ersten Spielzug ausscheiden, ohne dass man etwas falsch gemacht hätte. In spätestens 2 Minuten kann die Revanche starten. Es ist eine Mischung aus bluffen, Wahrscheinlichkeiten, beobachten der Aktionen der Mitspieler und auch etwas Schadenfreude, wenn man entgegen jeder Wahrscheinlichkeit einen Mitspieler aus dem Spiel geschossen hat.

Mehr als 5 Jahre sind nun vergangen, seitdem ich das Spiel das erste Mal gespielt habe und es kommt immer wieder auf den Tisch. Die Kids (inzwischen sind es Teenager mit 14 Jahren) lieben es definitiv immer noch (in der Hobbit-Variante) und ich habe noch nie schlechte Erfahrung mit dem Spiel gemacht. Es ist eins der besten „Mitbringspiele“ die es überhaupt gibt, was sowohl Spieler wie Nichtspieler begeistert. Und: Es hat ein Suchtpotential, dass man es auch mal einen ganzen Abend immer wieder spielen kann.

Und obwohl das Thema für das Spiel mehr als austauschbar ist (siehe die diversen Varianten), ist es doch so charmant das es Erwähnenswert ist: Die Spieler wetteifern darum einen Liebesbrief an die Prinzessin zu schreiben und möchten natürlich dafür sorgen, dass ihr Brief (und nur der) die Prinzessin erreicht. Die Rollen, die die Karten symbolisieren sind entsprechend der romantischen Version eines Königspalastes gestaltet und obwohl sie thematisch keine Rolle spielen, denkt man doch in diesen. Anstatt „du bist der König“ könnte man auch „du hast die 6“ sagen. Tut aber niemand, da alle sich irgendwie automatisch vom Thema vereinnahmt werden.

Ein mehr als bemerkenswertes Spiel, was ich jedem, der es nicht kennt einfach nur ans Herz legen kann.

Externe Quellen/Links:

Love Letter auf BGG: https://www.boardgamegeek.com/boardgame/129622/love-letter

Attila

Über Attila

Ich Spiele alles. Von Kinderspielen über Euro-Games, jeder Komplexität, bis hin zu CoSim's. Potentiell gibt es kein Genre, was ich nicht spiele - das Spiel muss halt für mich in der entsprechenden Gruppe einen Reiz haben. Ich mag's gerne, wenn es was länger dauert und auch etwas komplizierter ist. Wenn nicht, auch gut.
Dieser Beitrag wurde unter attila-products, Brettspiele, Kartenspiel, Klein aber Fein abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.