Das Böse im Spieleregal: Capone

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Lass meine Mama zufrieden!

Heute greife ich mal wieder etwas tiefer ins Spieleregal (rein zeitlich) und stelle eine kleine Rarität von Amigo vor. Capone von Mark Caines und Anthony Watts aus dem Jahre 1993, erschienen bei Gibsons, hierzulande bei Amigo 1994 aufgelegt. Capone ist ein recht spezielles Spiel. Es ist böse und lockt das Böse aus den Spielern heraus. So böse, dass es nach so mancher Partie erstmal ins Regal verbannt wird mit dem Nachsatz „Mit euch spiele ich dieses Spiel niemals wieder!“ alternativ kann das „euch“ durch „dich“ ersetzt werden, oder auch „dieses Spiel“ ersatzlos gestrichen werden. Um es kurz zu sagen: Das Spiel hat das Potential Freundschaften auf die Probe zu stellen. Da hilft auch kein: „Es ist doch nur ein Spiel, Schatz!“

Wie der Name schon suggeriert ist Capone im Mafiamilieu angesiedelt. Mittels Spielkarten betreiben die Spieler legale oder illegale (wer wird wenn … ?) Geschäfte um damit Geld zu scheffeln, das im Ausland anzulegen (da ist es schließlich sicher) und am Ende als erster eine Millionen Dollar zu besitzen. Dazu spielen die Spieler ihre Karten der Reihe nach aus und besetzen mit einem Familienmitglied eines der (hauptsächlich illegalen) Geschäfte. Ist dort schon jemand,  kann man die dortigen Familienmitglieder … mit einem Betonklotz am Bein ins Hafenbecken werfen, und ja das ist genau so böse wie es sich anhört.

Leicht verkraftbar ist es, zu einem Essen eingeladen zu werden oder einen kurzfristigen Friseurtermin wahrnehmen zu müssen. Das F.B.I. oder eine Schutzgelderpressung kann man auch noch zähneknirschend hinnehmen, aber wenn die „Mama“ von Tauchern im Hafenbecken gefunden wird, und es heißt „Kopf hoch!“, dann … fängt es an in die richtige Richtung zu laufen.

Capone ist eine Art Pokerspiel bei dem man sich direkt die „Wetten“  gegenseitig vom Plan putzt, ohne Wenn und Aber nur an sein eigenes Wohlergehen („die Familie“ geht immer vor!) kümmert und wo es abseits aller Spielregeln und Logik sehr emotional werden kann. (Die gemeinsame Autofahrt zurück vom Spieletreff kann da schon Mal sehr still sein)

Um so erstaunlicher dass das Spiel seit 1994 nicht wieder aufgelegt wurde. Es ist definitiv ein Geheimtipp für lockere Abende, aber bitte immer dran denken: Es ist nur ein Spiel! 😉

Externe Quellen/Links:

Attila

Über Attila

Ich Spiele alles. Von Kinderspielen über Euro-Games, jeder Komplexität, bis hin zu CoSim's. Potentiell gibt es kein Genre, was ich nicht spiele - das Spiel muss halt für mich in der entsprechenden Gruppe einen Reiz haben. Ich mag's gerne, wenn es was länger dauert und auch etwas komplizierter ist. Wenn nicht, auch gut.
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