Euro-Knaller im zweiten Anlauf: Funkenschlag

Die heutige Vorstellung wird sicher vielen ein Begriff sein, alleine schon weil Funkenschlag von Friedemann Friese seit mehr als 10 Jahren in den Top 50 von BGG zu finden ist; und das völlig berechtigt. Funkenschlag ist 2004 bei 2F erschienen und ist selbst eine Überarbeitung des Spieles vom gleichen Verlag mit dem gleichen Namen aus dem Jahre 2001.

Das Spiel ist ein reines Wirtschaftsspiel, bei dem es darum geht ein Stromnetz aufzubauen und mit Strom aus den bekannten Quellen zu beliefern. Beide Kernelemente zwingen die Spieler dazu miteinander zu interagieren: Beim Erwerb der Kraftwerke bietet man um Kraftwerke, die den Strom erzeugen sollen und konkurriert auf dem Rohstoffmarkt um die Rohstoffe. Auf dem Spielplan konkurriert man um den Anschluss von Städten, denn die lassen nicht beliebig viele Anbieter zu. So ist Funkenschlag ein eher klassisches  Wirtschaftsspiel, in dem es um Kosteneffizienz und  taktische Manöver geht um sich gegenüber der Konkurrenz Vorteile zu verschaffen. Der Kniff ist die Spielreihenfolge. Während man als vorne liegender Spieler zwar potentiell das meiste Einkommen hat, haben die hinten liegenden Spieler zuerst Zugriff auf den Rohstoffmarkt und können zuerst bauen (= neue Städte anschließen). Das ist eine Art selbstregulierendes System, welches vor allem Platz zum Taktieren lässt, denn eine Partie Funkenschlag wird nicht selten über das richtige Management der Spielreihenfolge entschieden.

Wie es vielen Wirtschaftsspielen eigen ist, dreht sich viel um Zahlen und die Grundrechenarten. Für wen das große Einmaleins eher Arbeit ist, der wird vielleicht nicht der allergrößte Fan dieses Spieles werden. Oder er ändert seine Einstellung zum Einmaleins. Einen Versuch ist es auf jeden Fall Wert, denn Funkenschlag ist ein Spiel was in keiner Spielesammlung fehlen darf (sofern man sie denn so weiter bezeichnen will). Wer Funkenschlag nicht kennt, hat 14 Jahre in der Spieleszene verpennt.

Es gibt zudem zahlreiche zusätzliche Karten, welche speziell das Stromnetz anderer Länder/Kontinente abbilden und spezielle regionale Begebenheiten berücksichtigen (Planwirtschaft, Kommunismus, Liberalisierung des Marktes, etc), so dass es keinen Mangel an Abwechslung gibt bei diesem Spiel, auch nach sehr, sehr vielen Partien nicht.

Externe Quellen/Links:

1+

Über Attila

Ich Spiele alles. Von Kinderspielen über Euro-Games, jeder Komplexität, bis hin zu CoSim's. Potentiell gibt es kein Genre, was ich nicht spiele - das Spiel muss halt für mich in der entsprechenden Gruppe einen Reiz haben. Ich mag's gerne, wenn es was länger dauert und auch etwas komplizierter ist. Wenn nicht, auch gut.
Dieser Beitrag wurde unter attila-products, Brettspiele abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.