Deckbuilder: Tal der Kaufleute

Deckdeconstructioning

Deckbuilder langweilen mich schnell und es gibt wenige Ausnahmen von dieser Regel. Grundproblem ist die offensichtliche Vorgehensweise (oft verwechselt mit “Strategie”), erstmal sein Deck mit möglichst wertvollen Karten voll zustopfen, die weniger Wertvollen zu entsorgen und zum richtigen Zeitpunkt dann auf Siegpunkte umzuschwenken. Tal der Kaufleute von Sami Laakso aus dem Jahre 2015 (2018 bei Schwerkraft erschienen) geht hier einen anderen Weg, bedient sich aber ganz klassischen Deckbuildingmechanismen.

Der Kernpunkt ist, dass ein Deck an sich überhaupt nichts wert ist, da Karten aus dem Deck zu entfernen das Spielziel ist und nicht möglichst viele, möglichst wertvolle Karten in sein Deck zu kaufen. Die Karten müssen mit bestimmten Wertigkeiten in bestimmter Reihenfolge (1-8) aus dem Deck entfernt werden, was der eigentliche Kniff am Spiel ist. Alles weitere ist man von anderen Deckbuildern mehr oder weniger gewohnt. Es dreht sich viel um das Timing und um die Steuerung des Decks und darum das Deck möglichst effektiv zu dekonstruieren ohne danach mit einem miesen Deck dazustehen.

Im Endeffekt geht es darum, Karten in den Werten von 1 bis 8 (in dieser Reihenfolge) sortenrein mit möglichst wenigen Aktionen abzulegen. Wobei man gegenseitig auch direkt interagiert (Karten tauscht, Karten “schenkt”, Karten von seinen Mitspielern abwirft, etc.) um seine Mitspieler etwas “aus dem Tritt” zu bringen. Das Verführerische am Spiel ist, dass man sich eigentlich immer eine Karte kaufen kann (und wirklich alle sind nützlich), aber nicht immer bringt der Kauf einen unterm Strich dem Spielsieg näher.

So hat das Spiel ein hohes Tempo und läuft geradewegs auf das Ende zu, während die Spieler alles daran setzen das Tempo mitzuhalten. Gemütlich weiter sein Deck bauen, während ein anderer Spieler sein Deck konsequent dekonstruiert (zumindest rein optisch), dem Spielsieg näher rückt, übt zwangsläufig einen gewissen Druck aus, auch selbst was für den Sieg zu tun.

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Über Attila

Ich Spiele alles. Von Kinderspielen über Euro-Games, jeder Komplexität, bis hin zu CoSim's. Potentiell gibt es kein Genre, was ich nicht spiele - das Spiel muss halt für mich in der entsprechenden Gruppe einen Reiz haben. Ich mag's gerne, wenn es was länger dauert und auch etwas komplizierter ist. Wenn nicht, auch gut.
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