Rarität: Conquest of the Pacific

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Es ist eine Weile her, das ich das letzte Mal eine Rarität vorgestellt habe. Heute ist es mal wieder so weit und es ist nicht nur eine Rarität, sondern auch ein Axis & Allies Klon. Conquest of the Pacific von Kyle Battle, Ken Griffin und Russ Rupe erschienen 2000 bei Conquest Gaming  beschäftigt sich ausgiebig mit dem Pazifik-Szenario, 1 Jahr bevor die Axis & Allies Reihe es unter der Federführung von Rob Daviau offiziell tut.

Spielmechanisch bietet Conquest of the Pacific gegenüber dem ein Jahr zuvor erschienen Axis & Allies: Europe wenig neues, wenn gleich es zwei Änderungen gibt,  die es in sich haben:

Zum einen ist die Siegbedingung (für ein A&A) ungewöhnlich: Japan gewinnt, wenn es am Ende eines US Zuges noch 40 Einkommen hat und die USA gewinnt, wenn sie einen erfolgreichen strategischen Bombenangriff gegen Japan durchführen.

Die zweite relevante Änderung ist, dass nun nicht mehr alle Landgebiete von See aus angegriffen werden können, sondern dass es sog. “Landing Zonen” gibt, die erobert werden müssen bevor man in dem Land in die “Mountain Zone” vorstoßen kann.  Das macht die Eroberung von Inseln erheblich aufwändiger zumal die Mountain Zone dem Verteidiger einen Bonus gibt und die Landing Zones kein Einkommen generieren.

Diese beiden, auf dem Papier, unspektakulären Änderungen vermitteln ein erstaunlich passenden Spielgefühl, denn Japan kann auf lange Sicht keinen militärischen Sieg erringen, da die USA durch das überlegene Einkommen (20 vs 50 zu Spielbeginn) immer am längeren Hebel sitzt. Durch den kleinen Kniff der ungleichen Siegbedingungen spielt sich Conquest of the Pacific erfrischend anders (ohne dass die grundlegenden Spielmechaniken signifikant verändert wurden). Der Schwerpunkt liegt, anders als bei allen anderen Varianten, ausschließlich auf dem Pazifik-Raum. So wird Asien überhaupt nicht betrachtet und weder China noch Indien sind Teil des Spiels.

Kleiner Fun-Fact, der BGG Eintrag des Spieles ist falsch: Zum einen ist das Spiel aus dem Jahre 2000 (und nicht 2002) und zum anderen ist die dort gezeigte Boxed-Edition die 2nd Edition (und nicht die 1st). Die 1st Edition wurde als Zip-Tüten-Version (in einer DIN A3 Zip-Tüte) verkauft und erst 2002 gab dann die 2nd Edition in einer Spieleschachtel.

Inhaltlich unterscheiden sich beide Versionen kaum: Anstatt der laminierten vier DIN A3-Kartensegmente ist in der 2nd Edition eine gefaltete Papierkarte und das Regelheft hat ein anderes Format. Eine, zu dieser Zeit nicht unübliche, schlichte Erweiterung, die mit minimalem Aufwand produziert wurde.

Und als weitere Besonderheit ist das Spiel zwar irgendwie eine Rarität, ist aber immer noch für $9,95 bei Conquest Gaming direkt bestellbar. Leider versendet der Verlag nicht außerhalb der USA. Bei den üblichen Verdächtigen unter den Brettspiel-Händlern findet man aber auch in Deutschland noch (neue) Exemplare für einen akzeptablen Preis.

Externe Quellen/Links:

Attila

Über Attila

Ich Spiele alles. Von Kinderspielen über Euro-Games, jeder Komplexität, bis hin zu CoSim's. Potentiell gibt es kein Genre, was ich nicht spiele - das Spiel muss halt für mich in der entsprechenden Gruppe einen Reiz haben. Ich mag's gerne, wenn es was länger dauert und auch etwas komplizierter ist. Wenn nicht, auch gut.
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