Spiel18-Watch: Europa Universalis

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Europa Universalis steht zwar auf der BGG Neuheitenliste für die Spiel18, aber auf BGG wird 2019 als Jahr der Publikation genannt. Die Brettspielumsetzung dieses legendären Computerspiels (was das Brettspiel Europa Universalis von 1993 als Vorbild hatte) ist sicher nicht nur von mir ein seit Jahren lang erwartetes Ereignis, gerade weil es sich hervorragend für eine Brettspielumsetzung eignet. Die “Kunst” daran wird sein, den recht großen Verwaltungsaufwand mit geeigneten Mechanismen auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Dabei ist es interessant zu sehen, ob das Spiel das alte Brettspiel von 1993 in überarbeiteter Form wieder auflegt oder ein eigenständiges Spiel, was das Computerspiel als Basis hat. Ich hoffe auf letzteres und auf eine Demo auf der Spielemesse, wenn gleich ich es eigentlich nicht wirklich glauben kann. Wenn ich EU auf der Messe sehe, werde ich es mir mit größtem Interesse anschauen.

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Mehr als Spiele: Spieletisch oder ein Tisch auf dem man spielt?

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Ein Tisch

Ein Spiel jagt das nächste und vor lauter Neuankündigungen für die Spiele Messe im Oktober vergisst man schnell, das zum Spielen mehr gehört als nur ein Spiel. Dass die Spiele auch irgendwie verstaut werden müssen und dass Baumärkte und Möbelhäuser uns dabei durchaus helfen können, habe ich ja im letzten Beitrag dieser Reihe besprochen. Nun widme ich mich dem Möbelstück auf dem 99% aller Spiele gespielt werden: Auf dem Tisch.

Angefangen haben wir alle mal mit einem normalen Küchentisch, ggf. auch mit einem Wohnzimmertisch, der sich allerdings sicher, als auf die Dauer zu klein und vor allem als zu unbequem heraus gestellt hat. Ein Tisch mit einer angenehmen Sitzhöhe, an dem man dauerhaft aufrecht und bequem sitzen kann (bequeme Stühle voraus gesetzt) ist das A und O eines jedes Spieleabends. 3 Stunden gebückt am Wohnzimmertisch? No Way!

Erstes Grundproblem des geneigten Brettspielers: Spiele brauchen Platz. Viel Platz. Teilweise sehr viel Platz. Mit etwas Disziplin und geeigneten Utensilien (anderes Thema 🙂 ) kann man auf beengten Spielflächen noch etwas raus holen, aber spätestens wenn man Railroad Tycoon/Railways of the World auspackt, reicht es in aller Regel auch nicht mehr aus, dass der Küchentisch ausziehbar ist. Da weicht man dann gerne auf einen Esstisch aus. Die sind i.d.R. breiter und sind schließlich dafür gedacht, dass dort ordentlich etwas abgestellt wird. Bis auf wirklich spezielle Spiele, lässt sich damit der Bedarf an Platz ausreichend decken. Je nach gewähltem Tisch, ist dieser reichlich ausziehbar. Im Prinzip gilt für einen Spieletisch: The bigger, the better. Zu groß muss schon verdammt groß sein. Wenn man nicht nur Skat spielt, gibt es halt kein “zu groß”. Irgendwie schafft man es immer die zur Verfügung stehende Fläche zu benutzen.

Die Auswahl an ansprechenden Esstischen (Dining Table) ist gigantisch. Jedes Möbelhaus hat dutzende oder hunderte an unterschiedlichen Tischen. Für jeden Zweck, für jeden Geldbeutel und für jede Designvorstellung. Man kann sich sehr lange damit beschäftigen den “richtigen” Tisch zu finden. Nicht weil es ihn nicht gibt, sondern weil die Vielfalt einfach exorbitant ist. Ich bin mir sicher, dass der ein oder andere seine Esstischauswahl mit dem Gedanken im Hinterkopf getroffen hat, dass dort auch verstärkt Brettspiele drauf gespielt werden soll.

Verbringt man viel Zeit am Spieletisch, steigt nicht nur das Verlangen nach “guten” Spielen, man wird mit der Zeit ja automatisch wählerischer, sondern der Anspruch an das “drumherum” steigt durchaus auch. Wenn man so viel Zeit am Tisch verbringt, zusammen mit Menschen, die man schätzt und mag (sage ich jetzt mal so), dann darf es auch komfortabel sein. Das ist die “Bresche” in die diverse Anbieter von Brettspieltischen versuchen zu schlagen. Die Idee eines Brettspieltisches ist nicht neu, es gibt verschiedene Hersteller, die teilweise schon seit vielen Jahren Tische für Brettspieler produzieren.

Seit vielen Jahren gibt es z.B. auf der Spielemesse in Essen bei der Fairplay einen Tisch, der mit dem Slogan “Der beste Spieletisch der Welt” beworben wurde. Nicht, dass ich dem jemals beigepflichtet hätte, aber das zeigt, dass das Thema Spieletisch keine “Modeerscheinung” ist, sondern dass es uns Spieler eigentlich interessiert, seit dem wir spielen. Während der oben genannte Tisch relativ einfach ist, und eigentlich nur die Form der Tischplatte die Besonderheit darstellt, bieten aktuelle Tische ein wenig mehr Besonderheiten, die auf Brettspieler zugeschnitten sind.

Ein Cellar

Das wichtigste Merkmal ist sicher der “Cellar”, ein quasi im Tisch eingelassener Bereich, in dem eigentlich gespielt wird. Die Idee stammt wohl ursprünglich von umrahmten “Spieleauflagen” die mit einer 1-5cm hohen Umrandung versehen wurden, die effektiv verhindern das Spielmaterial unbeabsichtigt vom Tisch fällt. Rein funktional gehalten, sind diese relativ schmal (1-2cm) und sind für den Spieler jedoch u.U. auch etwas hinderlich, da man immer über die Umrandung greifen muss. Für Tabletops, wo man gerne beim Spielen steht und um den Tisch herum geht ist das kein Thema, sitzt man jedoch beim Spielen, kann das schon ein wenig störend sein. Bei einem Cellar wird diese Idee jedoch aufgegriffen und in einen Tisch integriert. Die Umrandung ist dann natürlich Bestandteil des Tisches und entsprechend breit gewählt, so dass man z.B. dort bequem die Arme ablegen kann. Die Tiefe dieses “Cellar” ist meist 5-10cm, was deutlich mehr ist als bei den klassischen Spielauflagen. Aber auch das hat verschiedene Gründe: Spieletische sind in der Regel ein wenig (2-5cm)  höher als ein typischer Esstisch, dadurch, dass der Cellar im Tisch abgesenkt ist, hat man einen etwas veränderten Blick auf das Spiel, das ist auf dem Papier scheinbar vernachlässigbar, und man glaubt es meistens erst, wenn man es selbst ausprobiert hat, aber das ist ein Effekt der äußerst angenehm ist, da komplexe Angelegenheiten auf dem Tisch dadurch wirklich übersichtlicher werden. Glaubt ihr nicht? Probiert es aus!

Oft ist der “Cellar”, da er ja den Kern eines jeden Spieletischs darstellt, mit weiteren “Features” versehen. Eine Filzauflage, LED-Beleuchtung oder auch eine Plexi-Glasscheibe sind oft nützlich und komfortabel und man will es nicht mehr missen wurde man erst einmal infiziert.

Bei eigentlich allen Spieletischen mit Cellar lässt sich dieser Abdecken und macht auf dem Spieltisch dann einen Esstisch. Je nach Modell und Hersteller, besteht das aus 1 oder 2 großen Abdeckplatten (Tischplatten) oder aus mehreren kleinen “Lamellen”.

Platz für Plunder

Ein weiteres, brettspielspezifisches, Problem wird mit diesen Tischen angegangen: Was tun mit Knabberrein, oder gar Getränken am Spieletisch? Je nachdem sind die entweder verboten (ja, sowas gibt es) oder werden auf eigene Beistelltische gestellt oder werden meist wohl einfach mit auf den Spieletisch gestellt. Je nach Spiel und Besitzer ist der Aufschrei dann groß, wenn mal ein Glas umkippt – was zwangsläufig irgendwann passiert. Die allermeisten Spieletische adressieren auch dieses “Problem”. Dazu bieten sie Getränkehalter und/oder Ablageflächen, die man in irgendeiner weise am Tisch befestigen kann. Das ist mal mehr oder weniger elegant aber dafür immer effektiv gelöst. Von einfachen Ablagen bis hin zu speziellen Weinglas-Haltern oder Tablett-Haltern gibt es da eigentlich für jeden Zweck passende Halterungen.

Auch als Hex …

Natürlich bieten die Spieletische aller Hersteller noch mehr: Schubladen, Bluetooth-Soundsystem, LED Beleuchtung, partielle Abdeckungen (um die Größe des Cellar zu variieren), Pokerauflagen, integrierte Würfeltürme, und was weiß ich noch alles. Die beiden zentralen Punkte sind in meinen Augen aber der extra Spielbereich, der die Übersichtlichkeit erhöht,  und die strikte Trennung zwischen Spielezubehör und nicht-Spielezubehör (Getränke, etc), was die Anschaffung eines Spieletisches rechtfertigt. Die Tatsache, dass sie eine Variante eines Esstisches darstellen war für mich auch einer der ausschlaggebenden Punkte.

Die allermeisten mit denen ich über Spieletische gesprochen habe stören sich am Preis. Ja, je nachdem muss man mit einer mittleren 4-stelligen Summe rechnen und es ist jedem frei gestellt sich zu überlegen was er mit seinem Geld kauft und was er bleiben lässt. Keine Frage, es sind Luxustische, und die Frage “brauch ich das” ist durchaus valide, kann aber nur individuell von jedem selbst beantwortet werden (rein objektiv brauchen wir in Deutschland 95% der Dinge die wir besitzen nicht).

Für mich gehört das “drumherum” beim Spielen inzwischen ohne Wenn und Aber zur Spielekultur dazu. Klar, man kann auch auf einer Euro-Palette in der Garage spielen, aber ist es das gleiche? Für mich definitiv nicht. Es geht mir lange nicht mehr nur darum was ich spiele, sondern es geht mir auch immer mehr darum wie und schon immer mit wem.

Wie wenig ein Conan-Full-Pledge doch ist …

Ich habe mich 2015 auf der Messe in einen Tisch von Rathskellers verliebt und ihn mit “allem was geht” (BT, LED, Getränkehalter, Spielablagen, Plexiglas, Schubladen, Pokerauflage, etc) geordert, schließlich kauft man so einen Tisch nicht zweimal im Leben. Dachte ich da zumindest. Ein Jahr später ist dann für mein Spielezimmer (der erste Tisch war für das Wohn/Esszimmer) eine Hexagon-Variante dazu gekommen, die als reiner Spieletisch für 6 Personen einfach ‘nen Traum ist. Ich bin mit beiden Tischen äußerst zufrieden, sowohl funktional, als auch die Verarbeitung ist auf absolutem Top-Niveau. Als unser Schreiner den Tisch gesehen hat, war er absolut begeistert sowohl von der Verarbeitungsqualität wie auch von den vielen kleinen Details und auch von der Tatsache das es 100% Echtholz (Rathskellers verwendet ausschließlich europäische Eiche als Holz). Wer Wert auf Individualität und Qualität liegt, ist bei Rathskellers definitiv an der richtigen Adresse. Wer den Geldbeutel schonen möchte und dafür auf Qualität und individuelle Wünsche verzichten kann, wird auch bei einem anderen Hersteller einen Tisch bekommen, ohne den er einfach nicht mehr spielen möchte. Es gibt auch zahlreiche DIY-Projekte welche mit kleinem Budget Großes erreichen – handwerkliches Geschick vorausgesetzt.

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Spiel18-Watch: Prehistory

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Mein heutiges Spiel auf meiner Essen-Watch-Liste ist Prehistory von A-games. Nie gehört? Macht nix, ich auch nicht (ok, Ave Roma ist von A-games). Auch die Kickstarter-Kampagne ist völlig an mir vorbei gelaufen, aber das macht nix. Jetzt kann ich mich auf das Area-Control-Workerplacement-Ressourcensammel-Spiel freuen bzw. darauf es auf der Messe anzuschauen/anzuspielen. Es macht nicht den Eindruck eines Strategie-Krachers, weckt dafür aber die Hoffnung auf ein gehobenes Familienspiel mit anspruchsvoller Ausstattung.

Die “Eckdaten” (Spieldauer, Mechanismen, Thema, Grafik, etc) stimmen soweit, so dass es bei mir auf jeden Fall relativ weit oben auf der Liste steht. Ganz sicher ein Spiel was unabhängig davon wie gut es ist, kaum Beachtung finden wird. Ob zurecht oder nicht, entscheide ich dann selbst.

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Spiel18-Watch: 1918 – Death on the Rails

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WarGames & CoSims sind auf der Spielemesse sicher eher eine Nische, aber den ein oder anderen interessanten Titel gibt es dennoch. 1918: Death on the Rails von 2D6.EE ist einer dieser Titel. Die erste estländische Unabhängigkeit ist eher selten ein Thema von WarGames oder CoSim und wie der Titel andeutet, thematisiert es die Rolle von Panzerzügen in diesem Konflikt. Das ist gleich doppelt ungewöhnlich, und hat durchaus das Potential um interessante historische Aspekte der Oktoberrevolution zu zeigen.

Das szenariobasierte Blockgame liegt bei angegebenen 2 Stunden Spieldauer sicher eher im Bereich eines Einsteiger-CoSims, aber das ist für mich kein negativer Aspekt. Wenn es gut gemacht ist, darf ein WarGame/CoSim auch mal “nur” 2 Stunden dauern.

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Spiel18-Watch: Mini WWII

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Es gibt Spiele, in die verliebt man sich schon, wenn man ein Foto auf Twitter vom Spielplan sieht. Mini WWII von Formosa Force Games ist eins davon. Mini WWII ist ein Card-Driven WarGame, was den 2ten Weltkrieg auf abstrakte Art simuliert.

Viele Details gibt es noch nicht zu dem Spiel und es ist eher zu erwarten, dass es mehr EuroGame als WarGame ist, da es am Ende des Tages um Siegpunkte geht, aber das heißt nicht, dass sich nicht durchaus interessante Mechanismen und ein interessantes Spiel dahinter verbergen. Von dem was man auf den Fotos sehen kann, hat man grafisch schon mal soweit alles richtig gemacht, ob es zu mehr als das reicht, werden wird dann wohl erst zur Messe erfahren.

Das so etwas funktionieren kann hat z.B. Griggling Games mit Quartermaster General oder Stronghold Games mit Fog of War bewiesen und das Genre mag nicht jedermanns Sache sein, aber gute WarGames unterhalb von CoSim haben noch viel Luft nach oben. Und aus Asien sind in den letzten Jahren einige interessante Titel mit interessanten Mechanismen gekommen (man danke z.B. an das grossartige Patchistory), so dass man definitiv ein Auge auf ost-asiatische Neuerscheinungen haben sollte.

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Auch für große Kinder: Klondike

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Mehr Aufforderung geht nur schwer.

Das Spiel der Woche geht dieses mal in eine Richtung, die es so bisher noch nicht auf meinem Blog gab. Klondike von Stefanie Rohner und Christian Wolf erschienen bei HABA erstmals 1993.  Nur 8 Jahre später hat sich die SdJ Jury entschlossen das Spiel zum Kinderspiel des Jahres zu küren, ein Kuriosum was so oft vorgekommen ist, dass es schon fast Normalität ist. Aber ich will keine SdJ Jury Kritik schreiben, sondern ein schönes Spiel vorstellen.

Klondike ist ein Kinderspiel welches auch Erwachsenen Spaß macht, aber auch in einer gemischten Runde für große Lacher sorgt. Das unterscheidet es z.B. zu Louping Louie, welches gerne unter Erwachsenen gespielt wird, während diese alkoholische Getränke genießen. Klondike funktioniert auch ohne Alkohol, und bietet neben dem Geschicklichkeitsaspekt noch eine Komponente, in der es die Spieler einzuschätzen gilt. Ein Spieler “wäscht Gold”, während die anderen Spieler diesen einschätzen müssen, wie geschickt er das tut. Es gilt also nicht nur geschickt Gold zu “waschen”, sondern etwas Ungeschick kann nicht schaden – gewollt oder ungewollt, danach wird rein spieltechnisch nicht gefragt.

Mit kleinen wie großen Kindern funktioniert Klondike in jeder Runde – auch in einer reinen Erwachsenenrunde mit einem Glas Bier oder Wein ist es immer wieder erfrischend mal eine “andere Art” von Spiel auf dem Spieletisch zu haben und die Gehirnzellen schweifen zu lassen. Das darf auch mal sein. Und egal wie ungeschickt man sich anstellt, alleine die Freude am “Gold waschen” ist jede Partie wert.

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SdJ im Wandel der Zeiten – Teil 4 [1982] – Sagaland

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Nach dem 1981 eher unterirdisch war, geht es ein Jahr später weiter bergab. Neben dem Sieger, finden wir zwei Titel auf der Vorjahres-Auswahlliste: Sagaland (SdJ), Havannah und Can’t Stop. Die Jury muss wirklich ratlos gewesen sein, wenn sie einen Titel prämiert, welchen sie im Vorjahr schon einmal auf der Liste hatte. Ein Lichtblick ist das Millionenspiel (Blog-Artikel) welches zwar keine spielerische Offenbarung darstellt, aber immerhin eine relevante Neuerscheinung im Jahr 1982 darstellt. Da kann man sich über die anderen Spiele auf der Liste schon eher streiten. Skript (Sonderpreis “Schönes Spiel”), Baubylon, Fang mich!, Geister, Kensington und Vokabo sind allesamt Spiele, die heute wohl eher nur noch bei eingefleischten Sammlern zu finden sind und lediglich der Beweis sind, dass es alles andere als goldene Zeiten sind, in denen die Spieler am Anfang der 80er Jahre leben mussten (rein von der Spieleauswahl).

Auch 1982 gibt es, abseits von CoSims, auch international doch das ein oder andere Erwähnenswerte: Zum einen Survive: Escape from Atlantis von Julian Courtland-Smith, wurde erst 2012 erstmalig von Asmodeé hierzulande aufgelegt, was erstaunlich ist, denn ist es nach Sherlock Holmes Criminal-Cabinet das best bewerteste Spiel auf BGG im Jahrgang 1981/1982. Weitere relevante Neuheiten waren Empire Builder von Mayfair, ein Pickup & Deliver-System, welches noch viele Varianten erfahren wird, aber hierzulande kaum auf Interesse stößt. Auch Family Business (später Chicago Gangsters) darf 15 Jahre auf eine deutsche Lokalisierung warten. Bei Citadel erschien Broadsides and Boarding Parties, welche 2 Jahre später bei MB in der Gamemaster Serie ein heute gesuchtes Sammlerstück werden sollte.

Angesichts der Gesamtlage, hat die Jury sich weiterhin damit beholfen an Bewährtem festzuhalten, der Markt gab zu dieser Zeit einfach in einem Jahr nicht genug her, um hier überhaupt eine ernsthafte Auswahl treffen zu können. So verständlich und nachvollziehbar es ist, so unbefriedigend ist es allerdings auch. Während bei den CoSims hervorragende Titel wie Rommel in Dessert, B-17: Queen of the Skies (ein Solo-Spiel)Storm over Arnhem oder Gunslinger zu vermelden sind, muss der deutsche Brettspieler sich mit einfachen Titeln begnügen, welche teilweise nicht einmal aus dem aktuellen Jahrgang sind.

Auch wenn man es kaum glauben mag, neigt sich die “dunkle Zeit der Brettspiele” in Deutschland nun langsam dem Ende zu. Die beharrliche Arbeit der Jury, muss doch mit steigender Akzeptanz von Brettspielen in der Gesellschaft (jenseits der Kinderspiele) irgendwann Früchte tragen. Oder etwa nicht?

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Rarität: Conquest of the Pacific

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Es ist eine Weile her, das ich das letzte Mal eine Rarität vorgestellt habe. Heute ist es mal wieder so weit und es ist nicht nur eine Rarität, sondern auch ein Axis & Allies Klon. Conquest of the Pacific von Kyle Battle, Ken Griffin und Russ Rupe erschienen 2000 bei Conquest Gaming  beschäftigt sich ausgiebig mit dem Pazifik-Szenario, 1 Jahr bevor die Axis & Allies Reihe es unter der Federführung von Rob Daviau offiziell tut.

Spielmechanisch bietet Conquest of the Pacific gegenüber dem ein Jahr zuvor erschienen Axis & Allies: Europe wenig neues, wenn gleich es zwei Änderungen gibt,  die es in sich haben:

Zum einen ist die Siegbedingung (für ein A&A) ungewöhnlich: Japan gewinnt, wenn es am Ende eines US Zuges noch 40 Einkommen hat und die USA gewinnt, wenn sie einen erfolgreichen strategischen Bombenangriff gegen Japan durchführen.

Die zweite relevante Änderung ist, dass nun nicht mehr alle Landgebiete von See aus angegriffen werden können, sondern dass es sog. “Landing Zonen” gibt, die erobert werden müssen bevor man in dem Land in die “Mountain Zone” vorstoßen kann.  Das macht die Eroberung von Inseln erheblich aufwändiger zumal die Mountain Zone dem Verteidiger einen Bonus gibt und die Landing Zones kein Einkommen generieren.

Diese beiden, auf dem Papier, unspektakulären Änderungen vermitteln ein erstaunlich passenden Spielgefühl, denn Japan kann auf lange Sicht keinen militärischen Sieg erringen, da die USA durch das überlegene Einkommen (20 vs 50 zu Spielbeginn) immer am längeren Hebel sitzt. Durch den kleinen Kniff der ungleichen Siegbedingungen spielt sich Conquest of the Pacific erfrischend anders (ohne dass die grundlegenden Spielmechaniken signifikant verändert wurden). Der Schwerpunkt liegt, anders als bei allen anderen Varianten, ausschließlich auf dem Pazifik-Raum. So wird Asien überhaupt nicht betrachtet und weder China noch Indien sind Teil des Spiels.

Kleiner Fun-Fact, der BGG Eintrag des Spieles ist falsch: Zum einen ist das Spiel aus dem Jahre 2000 (und nicht 2002) und zum anderen ist die dort gezeigte Boxed-Edition die 2nd Edition (und nicht die 1st). Die 1st Edition wurde als Zip-Tüten-Version (in einer DIN A3 Zip-Tüte) verkauft und erst 2002 gab dann die 2nd Edition in einer Spieleschachtel.

Inhaltlich unterscheiden sich beide Versionen kaum: Anstatt der laminierten vier DIN A3-Kartensegmente ist in der 2nd Edition eine gefaltete Papierkarte und das Regelheft hat ein anderes Format. Eine, zu dieser Zeit nicht unübliche, schlichte Erweiterung, die mit minimalem Aufwand produziert wurde.

Und als weitere Besonderheit ist das Spiel zwar irgendwie eine Rarität, ist aber immer noch für $9,95 bei Conquest Gaming direkt bestellbar. Leider versendet der Verlag nicht außerhalb der USA. Bei den üblichen Verdächtigen unter den Brettspiel-Händlern findet man aber auch in Deutschland noch (neue) Exemplare für einen akzeptablen Preis.

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Spiel18-Watch: Escape Tales – The Awakening

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Escape/Exit Spiele gibt es ja inzwischen diverse von unterschiedlichen Verlagen, ein Phänomen, was über Spieleverlage hinaus geht. Mit Escape Tales: The Awakening taucht ein weiterer “Player” auf: Board & Dice in Kooperation mit Lockme (ein großer Escape-Raum Anbieter) versuchen sich dann auch mal in dieser Gattung des Spiels. Sie beschreiben es selbst als “Story Driven Escapegame”, was gleich einen Punkt anspricht mit dem so manches Escape/Exit Spiel zu kämpfen hat: Die Einbettung der Rätsel in die Geschichte. Das gelingt mal mehr oder mal weniger gut und nicht selten ist die Geschichte nur ein Aufhänger für völlig absurde Rätsel. Das schafft natürlich eine Erwartungshaltung und aufgrund der bisherigen Erfahrungen eine gewisse Skepsis.

Eine weitere Besonderheit ist, dass man nicht mehr auf eine Stunde beschränkt ist (oder auf eine anderen Zeitraum), sondern dass hier keine Zeit vorgegeben ist. Das ist auch ein Punkt der mich gestört hat. Alleine aufgrund dieser Zeitvorgabe, werden die Rätsel gebaut und limitieren hier schon alleine aufgrund der max. Spieldauer. Schließlich soll das Escape ja in der angegeben Zeit auch wirklich lösbar sein. Die Zeitbegrenzung über Bord zu werfen ist auf jeden Fall eine gute Grundlage um sich beim Design auf das Wesentliche zu konzentrieren und nicht krampfhaft ein Escape zu schaffen was in 60 Minuten lösbar sein muss. Wenn dazu die Rätsel wirklich besser zur Story passen, sehe ich hier absolut positiv auf ein neues Spielsystem.

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Spiel18-Watch: Neues Genre oder Werbegag? – “Unique Games”

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Eins muss man Asmodeé lassen: Sie wissen wie man die Spielerschaft “triggert”. Was ist passiert? – Mit Keyforge und Discover hat Asmodee in den letzten Wochen zwei Spiele vorgestellt, welche sie mit dem Begriff “Unique-Game” vermarktet. Oder es zumindest versucht.

Jetzt fragt sich der geneigte Spieler “Was zur Hölle ist ein Uniquie-Game?”. Berechtige Frage und wirklich wissen werden wir es dann, sobald eines der Spiele erhältlich ist und gespielt wurde (Keyforge konnte man auf der GenCon schon spielen).

Der Verlag selbst beschreibt das “Unique Feature” seiner Spiele wie folgt: “Jedes Exemplar des Spieles ist einzigartig. Das Exemplar, das ihr im Laden kauft, besteht aus anderen Komponenten als das Exemplar, das euer Freund gekauft hat.” (Quelle: Asmodeé)

Das wirft bei mir diverse Fragen auf, und ich habe durchaus Zweifel an diesem Konzept. Nehmen wir Keyforge. Das lässt sich am besten mit einem Sammelkartenspiel (TCG) vergleichen bzw. mit der vermeintlichen Weiterentwicklung des Living-Card-Games (LCG). In Keyforge bekommt man ein fertiges Spieldeck, welches mehr oder weniger zufällig zusammen gestellt wurde und jeder Spieler muss mit seinem Deck schauen, dass er das Beste rausholt. Kein Deckbau, kein Kaufen von besonders tollen Karten, einfach Packung aufreißen und los spielen. So die Idee, wie ich sie verstehe. Das hinterlässt bei mir etwas Ratlosigkeit. Einerseits muss es einen entsprechenden Pool an Karten geben aus dem die Decks vorgebaut werden, was die Frage aufwirft: Wie ausgewogen sind die Decks dann überhaupt? – Wenn man ein Schrott-Deck hat, muss man mit diesem Leben oder ein neues kaufen. Wie schließt das Spiel es aus, dass besonders gute oder besonders schlechte Decks zufällig gebildet werden? So richtig kann ich mir das nicht vorstellen, wie das funktionieren soll. Oder soll der Kunde zum ständigen Kaufen von Spielen, die er schon hat, erzogen werden?

Noch extremer sehe ich das bei Discover. Hier sehe ich wenig Spielraum zwischen völlig unterschiedlichen Spielgefühlen und einem Werbespruch. Wenn das Spielmaterial so unterschiedlich ist, spielt man mit einem anderen Exemplar überhaupt das gleiche Spiel? Und wenn mir eins gefällt, ist das Andere dann völlig anders, so dass ich überhaupt keine Aussagen über Partien mit anderen Exemplaren machen kann? Bei 504 von 2F konnte man wenigstens mit der Nummer der Spielewelt eine Vergleichbarkeit schaffen, aber als mehr als ein Kunstprojekt kann man das Ganze nicht ansehen. Wie das hier gelöst ist, ist definitiv eine spannende Frage, die in mir auch das Verlangen weckt, dies zu erkunden.

Auch wenn es sich als totale Nullnummer heraus stellt, ist es auf jeden Fall ein Experiment, das es sich lohnt durchzuführen. Mit etwas Glück bereichert es die Spielelandschaft, und das ist allemal unterstützenswerter als der nächste Siedler-Klon oder der nächste Mix aus den erfolgreichen Mechanismen der letzten Jahre. Mit großer Skepsis werde ich mir das anschauen, gehe aber hier ehrlich gesagt davon aus, dass es nur die Werbetrommel ist, die Asmodeé hier dreht.

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